Ratgeber · Rückforderung Energiekosten

Rückforderung überzahlter Stromkosten –
So funktioniert es für Gewerbekunden

Überzahlte Stromkosten können von Gewerbekunden juristisch zurückgefordert werden – rückwirkend bis zu 3 Jahre. EWPlus erklärt, wann ein Rückforderungsanspruch besteht, wie die Durchsetzung funktioniert und was die häufigsten Fehlerquellen sind.

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Grundlage der Rückforderung

Wann haben Gewerbekunden einen Rückforderungsanspruch für Stromkosten?

Ein Rückforderungsanspruch entsteht immer dann, wenn ein Gewerbekunde auf Basis einer rechtlich unwirksamen Grundlage zu viel für Strom gezahlt hat. Die häufigsten Grundlagen:

1. Unwirksame Preisanpassungsklausel

Wenn der Energieversorger die Strompreise auf Basis einer Klausel erhöht hat, die nach § 24 EnWG oder § 307 BGB unwirksam ist, sind alle darauf basierenden Preiserhöhungen ebenfalls unwirksam. Der zu viel gezahlte Betrag (Differenz zwischen altem und erhöhtem Preis, über den gesamten Zeitraum) kann zurückgefordert werden. Preisanpassungsklausel unwirksam – was tun? →

2. Falsch abgerechnete Strompreisbremse 2022/23

Das Strompreisbremsegesetz (StromPBG) verpflichtete Versorger, für 70 Prozent des Vorjahresverbrauchs den Referenzpreis von 13 ct/kWh anzuwenden. Wurde die Entlastung zu niedrig berechnet, besteht ein Nachzahlungsanspruch gegen den Versorger. Strompreisbremse Fehler erkennen →

3. Fehlerhafte Netzentgelte oder Messkosten

Werden Netzentgelte für eine falsche Lastprofilkategorie berechnet oder Messkosten doppelt in Rechnung gestellt, entsteht ebenfalls ein Rückforderungsanspruch – in diesem Fall gegen den Netzbetreiber, nicht gegen den Energieversorger.

BGH-Rechtsprechung zu Preisanpassungsklauseln Der Bundesgerichtshof hat in mehreren Grundsatzurteilen (u.a. BGH VIII ZR 81/07 und BGH VIII ZR 138/11) klargestellt, dass Preisanpassungsklauseln in Energielieferverträgen nur wirksam sind, wenn sie transparent, symmetrisch und an konkrete Kostenfaktoren gebunden sind. Klauseln, die diese Anforderungen nicht erfüllen, sind nach § 307 BGB unwirksam – mit der Folge, dass alle darauf basierenden Preiserhöhungen ebenfalls unwirksam sind.
§ 195
BGB: gesetzliche Verjährungsfrist 3 Jahre
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Verjährungs-Übersicht

JahrVerjährungStatus
202231.12.2025Dringend
202331.12.2026Handeln
202431.12.2027Zeit

Quelle: § 195, § 199 BGB

Ablauf der Rückforderung

Wie läuft die Rückforderung überzahlter Stromkosten ab?

Der Prozess der Rückforderung ist klar strukturiert und erfordert juristische Fachkenntnis. EWPlus übernimmt jeden Schritt:

1

Prüfung der Rückforderungsgrundlage

EWPlus analysiert den Energievertrag und die Abrechnungen auf rechtliche Fehler – Klauseln, Preisbremsen, Netzentgelte, Messung.

2

Berechnung des Anspruchs

Der Rückforderungsbetrag wird auf den Cent genau berechnet – für jede unwirksame Preiserhöhung, jeden Abrechnungsfehler, jeden Zeitraum.

3

Widerspruch einlegen

EWPlus erstellt das rechtssichere Widerspruchsschreiben und übermittelt es an den Versorger. Gleichzeitig wird die Hemmung der Verjährung eingeleitet.

4

Durchsetzung bis zur Zahlung

EWPlus kommuniziert mit dem Versorger bis zur vollständigen Rückerstattung. In den meisten Fällen erkennen Versorger berechtigte Ansprüche ohne Gerichtsverfahren an.

Wichtig: VerjährungshemmungMit dem Einlegen des Widerspruchs durch EWPlus wird die Verjährungsfrist gehemmt – das heißt, sie läuft vorübergehend nicht weiter. Damit wird sichergestellt, dass auch nahezu verjährte Ansprüche noch gesichert werden können.
Auch nach Anbieterwechsel möglichAnsprüche aus alten Verträgen verjähren nicht durch einen Anbieterwechsel. EWPlus prüft auch bereits beendete Vertragsverhältnisse – solange die 3-Jahres-Frist nicht abgelaufen ist.

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FAQ

Häufige Fragen zur Rückforderung von Stromkosten

Kann ich bereits bezahlte Stromkosten zurückfordern?
Ja. Eine bezahlte Rechnung ist nach deutschem Recht kein Schuldanerkenntnis. Auch für bereits beglichene Rechnungen können Rückforderungsansprüche geltend gemacht werden – vorausgesetzt, die gesetzliche Verjährungsfrist von 3 Jahren nach § 195 BGB ist noch nicht abgelaufen.
Wie lange können Stromkosten rückwirkend zurückgefordert werden?
Die gesetzliche Verjährungsfrist beträgt 3 Jahre. Sie beginnt mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist. Ansprüche aus 2022 verjähren am 31. Dezember 2025. EWPlus prüft alle Abrechnungen der letzten 36 Monate.
Was passiert, wenn der Energieversorger die Rückforderung ablehnt?
EWPlus übernimmt die Kommunikation und das außergerichtliche Mahnverfahren. In den meisten Fällen erkennen Energieversorger berechtigte Ansprüche an, sobald ein fundiertes Widerspruchsschreiben vorliegt. Für hartnäckige Fälle empfiehlt EWPlus zusätzlich eine Rechtsschutzversicherung.
Gilt die Rückforderung auch für Gas?
Ja. Rückforderungsansprüche bestehen gleichermaßen für fehlerhafte Gasabrechnungen. EWPlus prüft Strom- und Gasverträge in einem Schritt. Gasrechnung prüfen →
Wie hoch sind typische Rückforderungsbeträge?
Das hängt vom Energieverbrauch, der Anzahl der unwirksamen Preiserhöhungen und dem Prüfzeitraum ab. In der EWPlus-Praxis liegen die Beträge häufig zwischen 1.500 und 7.800 €. Bei Betrieben mit mehreren Standorten oder sehr hohem Verbrauch können auch fünfstellige Beträge entstehen.
Gesetzliche Verjährungsfrist (§ 195 BGB) Rückforderungsansprüche gegen Energieversorger verjähren nach 3 Jahren. Die Frist beginnt mit dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist. Ansprüche aus dem Jahr 2022 verjähren demnach am 31. Dezember 2025 – danach sind sie unwiederbringlich erloschen. Quelle: Strom-Report zur Verjährung →
Weiterführende Informationen
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